Informationen für Betroffene und Angehörige

Ratgeber Schädelhirntrauma

Informationen für Betroffene und Angehörige
 
 
Schädelhirntrauma
Was ist ein Schädelhirntrauma?

Ein Schädelhirntrauma ist eine Verletzung des Kopfes durch äußerliche Gewalteinwirkung, wobei der Schädelknochen und das Gehirn betroffen sind. Dadurch können Gehirnfunktionen beeinträchtigt werden. Das Schädelhirntrauma wird in drei Schweregrade unterschieden, welche zum einen durch die Art und das Ausmaß der Verletzung und zum anderen durch die Dimension der neurologischen Störungen definiert werden. Diese Einordnungen sind auf der Glasgow-Koma-Skala definiert und werden in Schädelhirntrauma 1., 2. und 3. Grades unterteilt.

Typische Anzeichen eines Schädelhirntraumas können unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Bewusstseinsstörungen oder -trübungen, Austreten von Flüssigkeit aus Ohren und Nase etc. sein.

Therapie Schädelhirntrauma

Die Therapie wird auf den Schweregrad des Schädelhirntraumas und den Ort der Verletzung abgestimmt. Bei einer Gehirnerschütterung, einem leichten Schädelhirntrauma, können auftretende Beschwerden meist gut gelindert werden. Schmerzen in Kopf und Nacken, Schwindel oder Überempfindlichkeiten gegen Licht oder ähnliches werden beispielsweise durch Medikamente und Physiotherapie behandelt. Ein mittelschweres oder schweres Schädelhirntrauma erfordert eine intensivmedizinische Versorgung. Neben der möglicherweise notwendigen Unterstützung der Vitalfunktionen kann ein neurochirurgischer Eingriff erforderlich sein, um den Druck im Schädelinneren bei Vorliegen eines Hämatoms zu lindern. Dafür muss die Schädeldecke geöffnet und das Blut sowie die Blutergüsse entfernt werden.

Bei einem Schädelhirntrauma ist es besonders wichtig, Betroffene innerhalb der ersten Stunde nach Eintritt des Traumas zu behandeln, bevor möglicherweise eine Verschlechterung des Zustandes eintritt.

Insbesondere bei Unfällen im Straßenverkehr sind Schädelhirntraumata eine häufige Folge. Oft wird eine Gehirnerschütterung, das heißt ein Schädelhirntrauma 1. Grades, verursacht, von welchem sich die Betroffenen zumeist gut erholen. Ein Schädelhirntrauma 3. Grades zieht vielfach Folgeschäden und Behinderungen nach sich, aber auch bei schwerem Trauma besteht die Möglichkeit einer vollständigen Genesung: bis zu 27 % werden nach erlittenem Schädelhirntrauma wieder gesund.

Diagnose Schädelhirntrauma

Ein Schädelhirntrauma wird durch die Art der Verletzungen und das Ausmaß der neurologischen Beeinträchtigungen diagnostiziert und nach der Glasgow-Koma-Skala eingeordnet. Bei diagnostiziertem Schädelhirntrauma sollte die weitere beziehungsweise genauere Diagnose im Krankenhaus erfolgen.

Zur Diagnose wird untersucht, ob der Zustand des Bewusstseins und die Vitalfunktionen stabil sind. Es findet auch eine Überprüfung auf eventuelle Verletzungen statt. Auch die neurologischen Funktionen werden gründlich begutachtet. Zusätzlich zu einer Blutuntersuchung werden zur Diagnose eines Schädelhirntraumas neben anderen Methoden auch bildgebende Verfahren wie CT, MRT und Sonografie eingesetzt.

Was ist ein Schädelhirntrauma?

Unter einem Schädelhirntrauma (SHT) versteht man eine Verletzung des Kopfes, genauer des Schädelknochens, bei der auch das Innere des Schädels verletzt wird: das Gehirn, die zerebralen Blutgefäße sowie die Hirnhaut. Diese Verletzungen sind durch eine Gewalteinwirkung von außen denkbar, sei es durch einen Unfall (Ski- oder Fahrradunfall) oder durch mutwillige Gewalt (Schläge auf den Kopf mit harten Gegenständen wie z. B. einem Baseballschläger). Die Folgen eines Schädelhirntraumas können gefährliche Blutungen oder Ödeme im Gehirn sein.

Die Schädelhirntraumata werden nach der Glasgow-Koma-Skala in drei verschiedene Schweregrade eingeteilt. Sie unterscheiden sich nach der Schwere der Verletzung sowie dem Grad der Funktionsausfälle im Hirn und helfen bei der Bewertung, wie stark ein Patient von Beeinträchtigungen des Schädelhirntraumas betroffen ist. Äußerliche Merkmale in der Definition und Bewertung sind:

  • Augen: Ist der Patient mit Schädelhirntrauma in der Lage die Augen zu öffnen, wenn man ihn anspricht?
  • Sprache: Kann der Patient auf Fragen verständlich antworten oder gibt er nur Laute von sich?
  • Motorik: Kann der Patient auf Schmerz reagieren? Falls er reagiert: Beugt er dabei seine Arme oder streckt er sich?

Mit diesen drei Aspekten wird eine Punkteskala definiert, deren Höchstsumme bei 15 Punkten liegt und zur Einordnung des Schweregrades eines Schädelhirntraumas herangezogen wird. Mit ihm kann ein Notarzt die Schwere einer Verletzung relativ schnell beurteilen. Er unterteilt anschließend in folgende Grade:

Schädelhirntrauma 1. Grades (Commotio cerebri)

(13-15 Punkte)
Diese Art eines Schädelhirntraumas ist allgemein bekannt als Gehirnerschütterung. Es ist die leichteste Form des Schädelhirntraumas und geht mit einer vorübergehenden Beeinträchtigung der Gehirnfunktionen einher, die nach ca. vier Tagen wieder zurückkehren. In der Computertomografie (CT) sind dabei keine Schädigungen des Gehirns zu sehen.

Schädelhirntrauma 2. Grades (Contusio cerebri)

(9-12 Punkte)
Hier kommt es zu neurologischen Störungen. Eine Bewusstlosigkeit hält meist länger als 15 Minuten an. Beobachtbare Störungen wie mangelndes Schmerzempfinden oder Lähmungen reduzieren sich i. d. R. innerhalb von etwa vier Wochen, während Schwindelgefühle, Konzentrationsprobleme oder Kopfschmerz als vegetative Beeinträchtigungen jahrelang anhalten können. Patienten mit einem Schädelhirntrauma 2. Grades werden meist auf der Intensivstation betreut.

Schädelhirntrauma 3. Grades (Compressio cerebri)

(8 Punkte und weniger)
Hier hält die Bewusstlosigkeit aufgrund des eingeklemmten Gehirns über eine Stunde an, die vegetativen Störungen (z. B. Kopfschmerzen) sowie die neurologischen Ausfälle sind oft gravierend. Der Patient mit einem Schädelhirntrauma 3. Grades leidet häufig an Krämpfen und meist ist durch Hirnblutungen ein Ödem entstanden. Die möglichen Folgeerscheinungen wie Lähmungen, wiederkehrende Krämpfe oder psychische Veränderungen bei dieser Form des Schädelhirntraumas sind häufig irreparabel, deren Umfang hängt davon ab, an welcher Stelle das Gehirn verletzt wurde.

Definition offenes Schädelhirntrauma

Von einem offenen Schädelhirntrauma spricht man, wenn Kopfhaut, Schädelknochen und Hirnhaut zerrissen wurden. Die Schwere der Verletzung macht meist eine chirurgische Öffnung des Schädels notwendig. Diese Form des Schädelhirntraumas gilt als besonders gefährlich, u. a. da das empfindliche Hirn den Schutz der Schädeldecke zeitweise verliert und Verunreinigungen ausgesetzt ist, die zu Infektionen führen können.

Symptome eines Schädelhirntraumas

Folgende Symptomen sind mögliche Hinweise auf ein Schädelhirntrauma:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Nackenschmerz/-steife
  • klare oder wässrige Flüssigkeit tritt aus Nase und Ohr aus
  • Schwindel, Puls- und Blutdruckschwankungen
  • Bluterguss unter den Augen
  • Licht-/Geräuschempfindlichkeit, Geruchs-/Geschmacksstörungen
  • Depressive Verstimmung, Apathie
  • Leistungseinbußen, Reizbarkeit, Schlafstörungen
  • Unterschiedlich große Pupillen auf der rechten und linken Seite
  • Bewusstseinseintrübung
  • gestörte Atemfunktion
  • Herz- und Kreislaufprobleme

Lutz Leukhardt

02. Februar 2016
Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende Gehirnleistungsstörung, die bis zu 20 Jahre vor dem Auftreten der eigentlichen Symptome beginnt. Eine frühe Diagnose bringt daher viele Vorteile: Die Behandlung kann frühzeitig beginnen und damit Lebensqualität erhalten.
  
01. Februar 2016
3.700 Schlaganfälle werden sich voraussichtlich allein zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag in Deutschland ereignen. Doch wer in dieser Zeit lallt, schwankt und schielt, fällt nicht immer auf. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe mahnt deshalb, Schlaganfall-Symptome in den kommenden Tagen besonders ernst zu nehmen.
  
01. Februar 2016
Demenzforscher haben berechnet, dass deutschlandweit rund ein Drittel der Alzheimer-Erkrankungen auf Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht oder Diabetes zurückgehen. Sie plädieren dafür, sich in der Prävention von Alzheimer verstärkt auf diese Risiken zu konzentrieren.
  
28. Januar 2016
Nur die Hälfte der Demenzkranken werden in der Versorgung als solche erkannt, noch weniger erhalten eine Behandlung nach den medizinischen Standards. Nach mehr als fünf Jahren Arbeit stellen Neurologen und Psychiater in Berlin gemeinsam die vollständig neu überarbeitete „Leitlinie Demenzen“ vor.
  
28. Januar 2016
Mindestens jeder zehnte Schlaganfall beginnt nach Einschätzung von Experten an der Halsschlagader. "Bei Menschen mit erhöhtem Risiko für Arterienverkalkung sollten idealerweise auch die Halsschlagadern regelmäßig untersucht werden", sagte Professor Hans-Henning Eckstein, dem Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber".