Informationen für Betroffene und Angehörige
 
Schädelhirntrauma
Was ist ein Schädelhirntrauma?

Ein Schädelhirntrauma ist eine Verletzung des Kopfes durch äußerliche Gewalteinwirkung, wobei der Schädelknochen und das Gehirn betroffen sind. Dadurch können Gehirnfunktionen beeinträchtigt werden. Das Schädelhirntrauma wird in drei Schweregrade unterschieden, welche zum einen durch die Art und das Ausmaß der Verletzung und zum anderen durch die Dimension der neurologischen Störungen definiert werden. Diese Einordnungen sind auf der Glasgow-Koma-Skala definiert und werden in Schädelhirntrauma 1., 2. und 3. Grades unterteilt.

Typische Anzeichen eines Schädelhirntraumas können unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Bewusstseinsstörungen oder -trübungen, Austreten von Flüssigkeit aus Ohren und Nase etc. sein.

Ein Schädelhirntrauma entsteht durch Einwirkung äußerlicher Gewalt. Durch Stöße – zum Beispiel bei Unfällen bei der Arbeit, im Haushalt oder im Verkehr – oder Schläge wird das Gehirn innerhalb des Schädels an die Schädelwand gestoßen. Dadurch können Prellungen, Schädigungen der Nerven oder auch Blutungen entstehen, die wiederum Hämatome hervorrufen können.

Durch Blutungen der Hirngefäße – subdurale Blutungen genannt – kann der Schädelinnendruck steigen. Die sich ausdehnende Blutung drückt auf das Gehirn, da durch die Schädelwand keine Möglichkeit zur Ausdehnung besteht. Durch ein solches Hämatom kann auch die Versorgung des Gehirns beeinträchtigt werden, wenn beispielsweise der Bluterguss auf Blutgefäße drückt.

Diagnose Schädelhirntrauma

Ein Schädelhirntrauma wird durch die Art der Verletzungen und das Ausmaß der neurologischen Beeinträchtigungen diagnostiziert und nach der Glasgow-Koma-Skala eingeordnet. Bei diagnostiziertem Schädelhirntrauma sollte die weitere beziehungsweise genauere Diagnose im Krankenhaus erfolgen.

Zur Diagnose wird untersucht, ob der Zustand des Bewusstseins und die Vitalfunktionen stabil sind. Es findet auch eine Überprüfung auf eventuelle Verletzungen statt. Auch die neurologischen Funktionen werden gründlich begutachtet. Zusätzlich zu einer Blutuntersuchung werden zur Diagnose eines Schädelhirntraumas neben anderen Methoden auch bildgebende Verfahren wie CT, MRT und Sonografie eingesetzt.

Bei einem Schädelhirntrauma ist es besonders wichtig, Betroffene innerhalb der ersten Stunde nach Eintritt des Traumas zu behandeln, bevor möglicherweise eine Verschlechterung des Zustandes eintritt.

Insbesondere bei Unfällen im Straßenverkehr sind Schädelhirntraumata eine häufige Folge. Oft wird eine Gehirnerschütterung, das heißt ein Schädelhirntrauma 1. Grades, verursacht, von welchem sich die Betroffenen zumeist gut erholen. Ein Schädelhirntrauma 3. Grades zieht vielfach Folgeschäden und Behinderungen nach sich, aber auch bei schwerem Trauma besteht die Möglichkeit einer vollständigen Genesung: bis zu 27 % werden nach erlittenem Schädelhirntrauma wieder gesund.

Was ist ein Schädelhirntrauma?

Unter einem Schädelhirntrauma (SHT) versteht man eine Verletzung des Kopfes, genauer des Schädelknochens, bei der auch das Innere des Schädels verletzt wird: das Gehirn, die zerebralen Blutgefäße sowie die Hirnhaut. Diese Verletzungen sind durch eine Gewalteinwirkung von außen denkbar, sei es durch einen Unfall (Ski- oder Fahrradunfall) oder durch mutwillige Gewalt (Schläge auf den Kopf mit harten Gegenständen wie z. B. einem Baseballschläger). Die Folgen eines Schädelhirntraumas können gefährliche Blutungen oder Ödeme im Gehirn sein.

Die Schädelhirntraumata werden nach der Glasgow-Koma-Skala in drei verschiedene Schweregrade eingeteilt. Sie unterscheiden sich nach der Schwere der Verletzung sowie dem Grad der Funktionsausfälle im Hirn und helfen bei der Bewertung, wie stark ein Patient von Beeinträchtigungen des Schädelhirntraumas betroffen ist. Äußerliche Merkmale in der Definition und Bewertung sind:

  • Augen: Ist der Patient mit Schädelhirntrauma in der Lage die Augen zu öffnen, wenn man ihn anspricht?
  • Sprache: Kann der Patient auf Fragen verständlich antworten oder gibt er nur Laute von sich?
  • Motorik: Kann der Patient auf Schmerz reagieren? Falls er reagiert: Beugt er dabei seine Arme oder streckt er sich?

Mit diesen drei Aspekten wird eine Punkteskala definiert, deren Höchstsumme bei 15 Punkten liegt und zur Einordnung des Schweregrades eines Schädelhirntraumas herangezogen wird. Mit ihm kann ein Notarzt die Schwere einer Verletzung relativ schnell beurteilen. Er unterteilt anschließend in folgende Grade:

Schädelhirntrauma 1. Grades (Commotio cerebri)

(13-15 Punkte)
Diese Art eines Schädelhirntraumas ist allgemein bekannt als Gehirnerschütterung. Es ist die leichteste Form des Schädelhirntraumas und geht mit einer vorübergehenden Beeinträchtigung der Gehirnfunktionen einher, die nach ca. vier Tagen wieder zurückkehren. In der Computertomografie (CT) sind dabei keine Schädigungen des Gehirns zu sehen.

Schädelhirntrauma 2. Grades (Contusio cerebri)

(9-12 Punkte)
Hier kommt es zu neurologischen Störungen. Eine Bewusstlosigkeit hält meist länger als 15 Minuten an. Beobachtbare Störungen wie mangelndes Schmerzempfinden oder Lähmungen reduzieren sich i. d. R. innerhalb von etwa vier Wochen, während Schwindelgefühle, Konzentrationsprobleme oder Kopfschmerz als vegetative Beeinträchtigungen jahrelang anhalten können. Patienten mit einem Schädelhirntrauma 2. Grades werden meist auf der Intensivstation betreut.

Schädelhirntrauma 3. Grades (Compressio cerebri)

(8 Punkte und weniger)
Hier hält die Bewusstlosigkeit aufgrund des eingeklemmten Gehirns über eine Stunde an, die vegetativen Störungen (z. B. Kopfschmerzen) sowie die neurologischen Ausfälle sind oft gravierend. Der Patient mit einem Schädelhirntrauma 3. Grades leidet häufig an Krämpfen und meist ist durch Hirnblutungen ein Ödem entstanden. Die möglichen Folgeerscheinungen wie Lähmungen, wiederkehrende Krämpfe oder psychische Veränderungen bei dieser Form des Schädelhirntraumas sind häufig irreparabel, deren Umfang hängt davon ab, an welcher Stelle das Gehirn verletzt wurde.

Definition offenes Schädelhirntrauma

Von einem offenen Schädelhirntrauma spricht man, wenn Kopfhaut, Schädelknochen und Hirnhaut zerrissen wurden. Die Schwere der Verletzung macht meist eine chirurgische Öffnung des Schädels notwendig. Diese Form des Schädelhirntraumas gilt als besonders gefährlich, u. a. da das empfindliche Hirn den Schutz der Schädeldecke zeitweise verliert und Verunreinigungen ausgesetzt ist, die zu Infektionen führen können.

Symptome eines Schädelhirntraumas

Folgende Symptomen sind mögliche Hinweise auf ein Schädelhirntrauma:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Nackenschmerz/-steife
  • klare oder wässrige Flüssigkeit tritt aus Nase und Ohr aus
  • Schwindel, Puls- und Blutdruckschwankungen
  • Bluterguss unter den Augen
  • Licht-/Geräuschempfindlichkeit, Geruchs-/Geschmacksstörungen
  • Depressive Verstimmung, Apathie
  • Leistungseinbußen, Reizbarkeit, Schlafstörungen
  • Unterschiedlich große Pupillen auf der rechten und linken Seite
  • Bewusstseinseintrübung
  • gestörte Atemfunktion
  • Herz- und Kreislaufprobleme

Lutz Leukhardt

24. Oktober 2014
Bluthochdruck gilt eigentlich als Risikofaktor für Demenz. Jetzt stellt sich heraus: Ein hoher Blutdruck im Alter hält geistig fit. Ein niedriger Blutdruck ist im hohen Alter ungünstig für die Hirnleistung - erst recht, wenn eine Herzschwäche vorliegt.
  
23. Oktober 2014
Oft werden Menschen von einem Schlaganfall getroffen, weil sie Vorhofflimmern haben, ohne es zu wissen: Unbehandelt und ohne schützende Wirkung gerinnungshemmender Medikamente sind sie schutzlos dem Schlaganfall ausgesetzt.
  
21. Oktober 2014
In regelmäßigen Abständen Medikamente zu nehmen oder sie sich selbst zu injizieren erfordert Selbstdisziplin. Vor allem, wenn die positiven Wirkungen eines Arzneimittels nicht sofort spürbar sind und das Medikament womöglich unerwünschte Nebenwirkungen hervorruft.
  
20. Oktober 2014
Ernährung kann die Gesundheit und das Wohlbefinden beeinflussen. Doch bislang, so die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), gibt es keinen Hinweis darauf, dass eine wie auch immer geartete Diät das Fortschreiten der MS beeinflussen könnte.
  
17. Oktober 2014
In Deutschland erleiden jedes Jahr 260.000 Menschen einen Schlaganfall. Dieser ist weltweit die zweithäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter. Bei einem Schlaganfall gilt: Je schneller der Hirninfarkt behandelt wird, desto besser ist die Prognose für den Patienten.